Kunstpreis

„Europas Zukunft“


Geschichte

Der Kunstpreis wurde aus dem Wunsch nach einer aktiven Auseinandersetzung mit der sozialistischen Vergangenheit sowie mit dem Prozess der EU-Erweiterung nach Osten ins Leben gerufen. Ursprünglich richtete sich der Preis an Künstler und Künstlerinnen aus Osteuropa. 2009 öffnete sich die Ausrichtung für künstlerische Positionen jenseits der ehemaligen Ostblockstaaten und außerhalb der bis dato Europäischen Union. Damit bezieht er sich auf ein Europa, das einen gemeinsamen kulturellen und geistigen Raum beschreibt und dessen Grenzen nicht scharf zu ziehen sind.

Das Anliegen des Kunstpreises, das sich in seinem Namen widerspiegelt, ist es, eine Generation von Künstlern und Künstlerinnen zu unterstützen, die heute und auch morgen den kulturellen Raum Europas mitgestaltet.


Preisträger & Preisträgerinnen

2016
Leon Kahane (DE)

FotosWebD

 


2015
Anna Witt (DE)

Anna Witt wurde 1981 in Wasserburg am Inn (Deutschland) geboren, sie lebt und arbeitet in Wien (Österreich). Zwischen 2002 und 2008 studierte sie Performative Kunst und Skulptur in München und in Wien. Sie ist Preisträgerin des BC21 Art Award. Ihre Arbeiten befinden sich in den Sammlungen Museum Belvedere Wien, Sammlung Museum Ludwig Köln, Sammlung Columbus Art Foundation Ravensburg, sowie Sammlung Kunstmuseum St. Gallen.

www.annawitt.net

 


2014
Taus Makhacheva (RU-DA)

Taus Makhacheva wurde 1983 in Moskau geboren. Ihren Bachelor der bildenden Künste machte sie am Goldsmiths College, London, und ihren Master of Arts am Royal College of Art, London. Sie ist Preisträgerin des „Innovation Prize“, des russischen Staatspreises für zeitgenössische Kunst, in der Kategorie „New Generation“. Sie wurde auch für den Kandinsky-Preis, Kategorie „Media Project of the Year“, nominiert. Makhachevas Arbeiten waren unter anderem in Ausstellugen in Makhachkala, Venedig, Mailand, bei der Liverpool Biennial und der Moscow Biennale zu sehen.

 

 


2013
Lala Raščić (BA)

Lala Raščić wurde 1977 in Sarajevo geboren. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in Zagreb und an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Sie stellte u. a. in Zagreb, Sarajevo, Mostar, Belgrad, Graz, Istanbul, Mailand, New Orleans und New York aus.

www.lalarascic.com

 


2012
Iris Touliatou (GR)

Iris Touliatou wurde 1981 in Athen geboren. Sie studierte an der École Nationale Supérieure des Beaux Arts in Paris. Einzelausstellungen von Touliatou wurden im Palais de Tokyo (Paris), K44 sowie REMAP KM (Athen) und DUVE (Berlin) gezeigt. Sie war an Gruppenausstellungen in London, Paris, São Paulo und Lissabon beteiligt.

www.iristouliatou.com

 


2011
Christodoulos Panayiotou (CY)

Christodoulos Panayiotou wurde 1978 in Limassol geboren. Er studierte darstellende Kunst, Theater und Anthropologie. Panayiotou beteiligte sich an zahlreichen Gruppenausstellungen, u. a. bei der Berlin Biennale 8 sowie in wichtigen Kunstinstitutionen in Stockholm, London, Zürich, Hongkong, Belgrad oder Paris.

www.christodoulospanayiotou.com

 


2010
Ahmet Ögüt (TR)

Ahmet Ögüt wurde 1981 in Diyarbakir geboren. Er studierte in Istanbul an der Yildiz Teknik Universität, Fakultät für Kunst und Gestaltung, und in Amsterdam an der Rijksakademie van beeldende kunsten. Seine Werke wurden u. a. in Amsterdam, Berlin, Istanbul, Venedig, Basel, Zagreb, Ljubljana, Sydney, Johannesburg und New York präsentiert. Ögüt ist aktives Mitglied der Silent University, einer autonomen Plattform für Wissensaustausch, initiiert und gestaltet von Mingrant_innen, Asylbewerber_innen und Flüchtlingen.

www.ahmetogut.com

 


2008
Kamen Stoyanov (BG)

Kamen Stoyanov wurde 1977 in Russe geboren. Er absolvierte sein Kunst- und Kulturwissenschaftsstudium 2005 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Stoyanov nimmt regelmäßig an internationalen Ausstellungen teil, u. a. an der 17. Biennale in Sydney, der Aichi Triennial, Nagoya, der MANIFESTA 7 (Europäische Biennale für zeitgenössische Kunst, Trentino). Er ist Mitbegründer des „0gms“-Projekts in Sofia.

www.kamenstoyanov.com

 


2007
Ioana Nemeş (RO)

Ioana Nemeş wurde 1979 in Bukarest geboren, wo sie Fotografie und Videokunst an der Universität der bildenden Künste studierte. Ihre Werke wurden in Ausstellungen in Bukarest, Wien, New York, Prag und Istanbul gezeigt. Ioana Nemeş verstarb 2011 in New York.

 


2006
Jakub Ferri (Kosovo)

Jakub Ferri wurde 1981 in Pristina geboren. Er absolvierte sein Kunststudium an der Kunsthochschule in Pristina und studierte später an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Seine Werke werden u. a. in New York, Karlsruhe, Istanbul, Amsterdam und Ljubljana ausgestellt. Ferri ist Preisträger des Buning Brongers Preises, Amsterdam.

 


2005
Rafał Bujnowski (PL)

Rafał Bujnowski wurde 1974 in Wadowice geboren. Er studierte Architektur an der technischen Fachhochschule Krakau und schloss ein Studium an der Kunstakademie Krakau an. Zur dieser Zeit war er Mitbegründer und Mitglied (bis 2001) der Künstlergruppe „Ladnie“ (dt. hübsch). Von 1998 bis 2001 leitete er die von ihm gegründete Galerie Owarta in Krakau. Bujnowski stellte in zahlreichen Kunstinstitutionen und Galerien in Europa und den USA aus.

 


2004
Kristina Leko (HR)

Kristina Leko wurde 1966 in Zagreb geboren. Sie studierte an der Kunstakademie in Zagreb und der Universität der Künste Berlin. Neben ihren zahlreichen Kunstprojekten war sie zwischen 1996 und 2001 auch als Autorin und Publizistin für kroatische Kunst- und Kulturzeitschriften, für Zeitungen sowie für den Rundfunk (Kulturradio) und für Kunstprogramme des Fernsehens tätig. Leko ist Dozentin am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin.

www.kristinaleko.net


Trophäe

Die ersten fünf Preisträger_innen erhielten ein aus Glas hergestelltes Objekt in Form eines Sterns, das der bulgarische Künstler Plamen Dejanoff (* 1970 in Sofia) gestaltet hat. Die Entscheidung für die Sternform begründete er so: „Für mich hat der Stern eine doppelte Bedeutung. Zum einen ist er ein Symbol der sozialistischen Vergangenheit und zum anderen ein Symbol für die Zukunft, für eine Zukunft ohne Mauern und Teilung zwischen den europäischen Staaten.“

Mit der Veränderung der Ausrichtung des Kunstpreises ab 2010 wurde eine neue Preistrophäe in Auftrag gegeben. Der in Leipzig lebende, aber in unterschiedlichen kulturellen Kontexten aufgewachsene Künstler Oliver Kossack (*1967 in Tel Aviv) entwarf eine Plastik mit dem Namen „Formulator“. Diese bezieht sich metaphorisch wie praktisch auf einen „Kleber“, der Verschiedenes verbinden kann. Seine ebenfalls aus Glas bestehende Plastik vereint die abstrahierten Formen zweier Werkzeuge, Malerstößel und Lupe, und verbindet damit die handwerkliche mit der konzeptuellen Seite künstlerischer Arbeit. Kossack dazu: „Der Formulator verbindet die sowohl futuristische als auch organische Architektur der Skulptur mit Aspekten von Material, Funktion und Werkzeug und fungiert im Sinne der Vermittlung zwischen Idee, Prozess und Werk sowie zwischen Künstler, Sponsor und Vermittler. Aus dem Rohstoff Glas geformt, von menschlicher Hand ausgeführt, scheint Formulator sowohl den Raum in sich aufzunehmen als auch in ihn hineinzuwirken.“


Die Jury

Eine jährlich wechselnde international besetzte Vorschlagsjury, bestehend aus Kurator_innen, Künstler_innen und Kunsttheoretiker_innen europäischer künstlerisch-wissenschaftlicher Institutionen, schlägt insgesamt fünfzehn Kandidat_innen vor. Die vorgeschlagenen Künstler_innen und deren Arbeiten werden anschließend vor einer alle fünf Jahre wechselnden fünf- bis siebenköpfigen Jury bewertet, die gemeinsam die Preisträger_in ermittelt.


jury seit 2013

Matthias Brühl
Preisstifter

Ilina Koralova
Kuratorin, Leiterin der Europas Zukunft Gesellschaft zeitgenössischer Kunst

Clemens von Wedemeyer
Künstler, Professor für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Axel Wieder
Direktor, Bergen Kunsthall, Norwegen

Franciska Zólyom
Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig


jury 2009—13

Matthias Brühl
Preisstifter

Ilina Koralova
Kuratorin

Elke aus dem Moore
Leiterin der Abteilung Kunst des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Dietmar Schulz
Preisstifter

Andreas Spiegl
Autor, Dozent an der Akademie der bildenden Künste Wien

Barbara Steiner
bis 2011 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Matthias Wagner K
Direktor des Museums Angewandter Kunst, Frankfurt am Main

Franciska Zólyom
seit 2012 Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig


jury 2003—08

Beatrice von Bismarck
Kunsttheoretikerin, Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

René Block, Kurator
Direktor der Kunsthalle Fridericianum Kassel

Matthias Brühl
Preisstifter

Kristina Leko
Künstlerin (erste Preisträgerin)

Brigitte Oetker
Kunsthistorikerin, Kuratorin

Bernd Radestock
Vorsitzender der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (bis 2009)

Barbara Steiner
Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig